Gutachten

 

Im Auftrag des schweizer Nationaler Energie-Forschungs-Fond  NEFF untersuchte das Forschungsprojekt 444 "Der Einsatz eines Kamins als feuchter Nachwärmetau-scher mit zusätzlicher Schadstoffabscheidung" bereits in den Jahren 1990 und 1991 die Wirkung des Nasskamin-Systems. Aus dem 117 seitigen Berichtsband hier die Zusammenfassung:

 
"Das Forschungsprojekt NEFF 444 hat aufzeigen können, dass bei Heizungsanla-gen mit einer Abgastemperatur von 120° C, die Abwärmeverluste um 23 % ver-ringert werden können. Die dem Abgas im Kamin im Gegenstromverfahren entzo-gene Wärme kann ins Haus zurückgeführt und dort als zusätzlicher Wärmegewinn, z.B. in Trockenräumen oder zur Vorwärmung der Verbennungsluft, verwendet wer-den.

Beim Einsatz des Kamins als feuchter Nachwärmetauscher entlastet diese Anwen-dung die Umwelt zusätzlich von Schadstoffen. Die speziellen Verhältnisse im aktiv entlüfteten Ringspaltkamin führen zu einer Aufkonzentration des Kondensats mit SO2-2 im Kamin. Dadurch wird die Natur weiter von Schadstoffen aus der Verbren-nung von Erdöl entlastet. Der saure Regen fällt, im Gegensatz zu konventionellen trockenen Kaminen, zum überwiegenden Teil im Kamin selbst an und kann an-schliessend neutralisiert werden. Die NOx-Emmissionen werden ebenfalls erheblich reduziert.

Wegen der Aggressivität des Kondensats im Kamin als feuchter Restwärmetau-scher sind für die Kamine der Zukunft nur absolut korrosionsfeste Materialien aus Erdölprodukten am besten geeignet.

Mit dem Kamin als feuchtem Restwärmetauscher können die aus den Heizungen stammenden Wasserdampfemmissionen um 94 % reduziert werden.

Dem Rauchgas konnte, durch aktiven Wärmeaustausch, soviel Wärme entzogen werden, dass die Temperatur des anfänglich 140° C warmen Rauchgases am Ende eines 8 m langen Wärmetauscher-Kamins, lediglich noch 38 Grad Celsius betrug. Bei einem 13,5 m langen Rohr war im Extremfall eine Wärmerückgewinnung bis zu einer Rauchgasgemperatur am Rohrende von 15 Grad möglich.

Das schadstoffbelastete Kondensat kann in einer einfachen Neutralisationsbox neutralisiert werden und erfüllt danach die gesetzlich geforderte Qualität zur Einleitung in öffentliche Gewässer.

Das Kamin als feuchter Nachwärmetauscher fördert die Verwendung von Erdöl-produkten im Kaminbau. Es ermöglicht gleichzeitig die Wiederverwendung des für diesen Anwendungsbereich speziell geeigneten Kunststoffmaterials PVDF (Poly-vinylidenfluorid). Der Einsatz von Kaminen als Nachwärmetauscher aus Kunststoff ist ökologisch sinnvoll und reduziert die Schadstoffemmission."

 

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